Villa MaunzKatzenhotel
Ob das wohl stimmt?

Fünf Katzen-Weisheiten auf dem Prüfstand

Seit 39 Jahren führe ich nun mein Katzenhotel – die Villa Maunz – und in dieser Zeit durfte ich sehr, sehr viele Katzen betreuen. Immer wieder begegneten mir dabei gängige „Weisheiten“ über Katzen. Also habe ich beschlossen, die am häufigsten gehörten einmal zu hinterfragen.

Katzenweisheit Nr. 1

Katzen hängen vor allem am Haus

Nach meinen Erfahrungen: nein.

Meine Erfahrung

Das stimmt keineswegs – sofern die Katze und ihre Menschen einen guten Kontakt zueinander haben. Das Vorurteil über die angeblich nur am Haus hängende Katze ist fast so alt wie die Katzengattung selbst. Richtiger wird es dadurch nicht.

Frühere Bauernhof-Katzen hatten sicherlich keinen Grund, den Bauern besonders zu lieben: Sie hatten einen Zweck zu erfüllen – Mäuse fangen – und durften dafür in der Scheune schlafen. Im Gegenteil, sie hatten eher Grund, ihn zu fürchten, weil er ihnen zum Beispiel die Jungen wegnahm. Diese Katzen hingen ganz bestimmt am Hof und nicht an den Menschen, die dort wohnten.

Für eine verwöhnte Familienkatze, der es an nichts fehlt und die ihre „Angestellten“ fest im Griff hat, gilt das nicht. Sie wäre ja auch dumm, wenn sie nicht wüsste, was sie an ihren Menschen hat – und dumm sind Katzen keineswegs!

Ich selbst bin schon mit einer Katze von einer Straßenseite auf die andere gezogen, und sie hatte keinerlei Bedürfnis, ins alte Heim zurückzukehren. Wozu auch? Ihr Wohlergehen war bei mir gesichert und nicht auf der anderen Seite der Straße.

Katzenweisheit Nr. 2

Katzen bleiben im Urlaub am besten in der vertrauten Umgebung

Nur, wenn wirklich jemand da ist.

Meine Erfahrung

Klar – wenn Sie jemanden haben, der in Ihre Wohnung zieht, während Sie im Urlaub sind, und Ihre Katze diesen Menschen auch leiden mag.

Wenn aber Nachbarn, Bekannte oder ein Catsitter einmal, im günstigsten Fall zweimal am Tag das Futter hinstellen und das Katzenklo reinigen, dann ist das – gerade für Katzen, die keine Freigänger sind – ein langer, langer, einsamer und sehr ruhiger Tag. Und Langeweile und Frustration bringen viele Katzen auf ganz unangenehme Ideen: Unsauberkeit ist die stärkste Waffe der Katze. Mit Urin auf Teppich oder Kleidung teilt sie Ihnen mit, dass ihr etwas ganz gewaltig nicht passt.

Eine mobile Betreuung ist auch keine Lösung: Kaum jemand wird jemanden bezahlen wollen oder können, der sich über den Tag verteilt mehrere Stunden mit der Katze beschäftigt. Und wie wollen Sie kontrollieren, wie lange derjenige wirklich da war? Ganz abgesehen von der Frage: Freundet sich Ihre Katze sofort mit fremden Menschen an und lässt sich von ihnen beschmusen? Meinen Sie, das wäre anders, wenn ein Fremder zweimal am Tag kommt, um sie zu versorgen?

Mir wurde nicht nur ein paarmal, sondern recht häufig von Katzenbesitzern berichtet, dass sie nach dem Urlaub größere Investitionen in neuen Teppichboden oder das Abschleifen des Parketts hatten – und das, obwohl sich angeblich jemand „intensiv“ um die Katze gekümmert hatte.

Und Freigänger, bei denen doch sicher alles bestens ist? Na ja – wenn man gute Nerven hat und sich im Urlaub keine Sorgen macht: dass die Katze einen Unfall hat, der unbemerkt bleibt, weil sie sich einfach verkriecht. Oder dass sie dreimal ans Haus kommt, niemand da ist, niemand öffnet – und sie im wahrsten Sinne des Wortes auszieht und sich ein neues Heim sucht. Feste Uhrzeiten für die Heimkehr hat kaum eine Katze; es kam schon häufiger vor, dass der Betreuer die Katze während eines dreiwöchigen Urlaubs kein einziges Mal zu Gesicht bekommen hat. Sie dachte gar nicht daran, zu einem fremden Menschen zu kommen – auch nicht im eigenen Zuhause.

Das alles entspringt nicht meiner Fantasie: Diese Geschichten haben mir zahlreiche Katzenbesitzer berichtet, die ihre Katze im nächsten Urlaub lieber zu uns ins Katzenhotel gegeben haben. Wenn ich selbst eine Freigänger-Katze zu Hause betreuen ließe, würde ich ihr in dieser Zeit keinen Ausgang geben – das wäre mir viel zu risikoreich.

Katzenweisheit Nr. 3

Katzen sind verstört, wenn sie aus einer Katzenpension kommen

Es kommt auf die Pension an.

Einzelzimmer in der Villa Maunz mit Fenster, erhöhtem Liegebrett und Rückzugsmöglichkeiten
Meine Erfahrung

Aber klar stimmt das – wenn Sie sich für eine schlecht geführte Pension entschieden haben. Eine überfüllte Pension, in der die Katze keine Rückzugsmöglichkeiten hat und unter Umständen „gemobbt“ wird, ist für sie sicherlich kein Vergnügen. Darum sollten Sie sich die Urlaubsunterkunft und ihre Möglichkeiten vorher ansehen.

Es ist sehr üblich, dass Tierpensionen nahezu ausschließlich Gruppenhaltung anbieten. Das hat für den Betreiber einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Er kann mehr Katzen unterbringen, als wenn er für jede einen eigenen Bereich schafft – was natürlich mit Investitionen verbunden ist.

Aber: Katzen sind Individualisten! Sie freuen sich nicht, wenn ihnen Artgenossen zu nahe auf die Pelle rücken. Gesellschaft ja – aber bitte auf Distanz.

Wir selbst bieten Einzel- und Gruppenhaltung an. Katzen, die wir noch nicht kennengelernt haben, werden aber prinzipiell zunächst einzeln untergebracht; nur wenn ihre Menschen es partout möchten und die Katze dafür geeignet scheint, wechselt sie in die Gruppe. Ich bin kein Freund der Gruppenhaltung – eben weil mir das Wesen der Katze so vertraut ist und ich weiß, dass es in der Gruppe für sensible Katzen stressig ist. Außerdem habe ich dort keine Kontrolle darüber, wer sein Futter gefressen hat und wer nicht – und das ist ein wichtiges Indiz dafür, ob es einer Katze gut geht.

Und wenn eine Katze sich vor lauter Stress zwei Wochen nicht unter der Couch hervortraut, weil sie Angst vor den anderen hat, dann ist der vermeintlich „mehr Platz“ doch sehr relativ.

Katzenweisheit Nr. 4

Freigänger kann man nicht in eine Pension geben – der leidet da viel zu sehr

Auch hier: Es kommt auf die Pension an.

Kater Larry erkundet den großen, gesicherten Außenauslauf der Villa Maunz
Meine Erfahrung

Über interessant und abwechslungsreich gestaltete Außengehege sollte eine gute Katzenpension schon verfügen – und damit meine ich nicht einen vergitterten Balkon von zwei mal zwei Metern.

Wir haben zwei Außen-Spielbereiche, 35 und 20 m² groß, und die Katzen finden es sehr spannend, diese Bereiche zu erforschen. So haben auch Freigänger bei uns keinerlei Probleme damit, dass ihnen für einen kurzen Zeitraum einmal nicht der heimische Garten zur Verfügung steht – im Gegenteil: Da Katzen sehr neugierig sind, macht ihnen das Erforschen neuer „Jagdgründe“ sehr viel Vergnügen.

Übrigens berichten mir „meine“ Katzeneltern nahezu einstimmig, wie es nach dem Aufenthalt hier zu Hause weitergeht: Die Katze patrouilliert einmal durch alle Räume und stellt fest, ob alle Möbel noch an ihrem Platz stehen. Dann geht sie nach draußen, um zu sehen, ob sich Konkurrenten angesiedelt haben. Und dann geht man übergangslos zur Tagesordnung über, als sei man nie weg gewesen. Genau so soll es auch sein!

Katzenweisheit Nr. 5

Nimm mein Tier, dann nehme ich Dein Tier

Bei Hunden ja. Bei Katzen nicht.

Meine Erfahrung

Wenn Sie einen Hund haben: wunderbare Idee! Wenn Sie eine Katze haben: Bringen Sie doch einmal Ihre Katze ins Revier einer anderen – Sie werden sich über die Reaktionen wundern. Es gibt kaum den Fall, dass eine Katze eine fremde Katze in ihrem Revier ohne Weiteres duldet.

Das Ende vom Lied ist vermutlich, dass man die fremde Katze separieren muss, damit es keine Kämpfe gibt. Und für ein sicheres Unterbringen sind die meisten privaten Haushalte in keiner Weise ausgerüstet – angefangen bei offen gelassenen Türen, die eine vorzeitige „Heimreise“ möglich machen (den Ausreißer findet man leider meistens nie wieder), bis zu gekippten Fenstern: häusliche Unfallursache Nummer eins, mit meist tödlichem Ausgang.

Mich erinnert die Idee der Gegenseitigkeit immer an den Kommunismus: Der ist prinzipiell ja auch eine gute Idee – und zum Scheitern verurteilt, weil er in der Praxis aufgrund menschlicher Verhaltensmuster nicht durchführbar ist.

Das Fazit

Worauf Sie bei der Auswahl einer Katzenpension achten sollten

Rechtzeitig persönlich ansehen

Eine solide Pension wird ohnehin darauf bestehen, dass Sie im Vorfeld einmal vorbeikommen – natürlich ohne Ihre Katze, aber nehmen Sie den Impfausweis zu dieser Besichtigung mit.

Auf Impfungen bestehen

Die Katzenpension Ihrer Wahl sollte selbstverständlich auf ordnungsgemäß und rechtzeitig durchgeführten Impfungen bestehen. Eine Pension, die darauf keinen Wert legt, sollten Sie von Ihrer Liste streichen.

Fachkompetenz prüfen

Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Fachkompetenz der Betreiber. Viele meinen, ein Zimmer im Souterrain freiräumen und Katzen aufnehmen – das sei kein Problem und ein schönes Zubrot.

Nach der Genehmigung fragen

Es gibt die gesetzliche Bestimmung, dass nur entsprechend vorgebildete Menschen Tiere in Pension nehmen dürfen. Eine Katzenpension muss beim örtlichen Veterinäramt angemeldet und von dort genehmigt sein. Scheuen Sie sich nicht, nach dieser Genehmigung zu fragen!

Empfehlungen einholen

Fragen Sie bei ansässigen Tierärzten nach geeigneten Pensionen; häufig kann man Ihnen dort gute Adressen nennen. Auch Tierschutzvereine und Tierheime geben oft Empfehlungen. Aber: Egal ob empfohlen oder nicht – selbst ansehen ist immer noch der beste Ratgeber!

Brigitte Lins-Tennert, Inhaberin der Villa Maunz, mit Kater Larry auf dem Arm

„In diesem Sinne einen schönen, entspannten nächsten Urlaub für Sie und Ihre Samtpfote.“

Brigitte Lins-Tennert

Katzenhotel VILLA MAUNZ®

Sie möchten sich alles in Ruhe ansehen? Rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin – wir zeigen Ihnen die Villa Maunz gern.